Dienstag, 6. November 2007

Nutzung embryonaler Stammzellen: Heiße Luft!

„3rd International Conference on Science and Ethics of Assisted Human Reproduction and Stem Cell Research“: Stargast Edwards (1978 präsentierte er der Weltöffentlichkeit das erste „Retorten-Baby“ Louise Brown) teilt frank und frei mit, was er von der therapeutischen Nutzung embryonaler Stammzellen hält – nämlich nichts.

Auszug aus: Das merkwürdige Verhalten gefechtsbereiter Forscher im Stammzellstreit,
Die Tagespost vom 06.11.2007, von Christian Poplutz

Edwards betonte wiederholt, bisher seien humane embryonale Stammzellen (hES) noch nie auf ihren therapeutischen Wert getestet worden; auch müsse man sehr vorsichtig sein, denn man wisse nie, was bei der Injektion von embryonalen Stammzellen in den Körper geschehe. Es gebe weltweit keinen einzigen Therapieansatz mit ihnen – und im übrigen glaube er, dass sich dieses Thema bald erledigt haben würde. „Wir bewegen uns weg von den embryonalen Stammzellen“, so Edwards: Schließlich seien die adulten Stammzellen des Nabelschnurbluts „sehr gut“, mit denen „schon 35 genetische Defekte geheilt“ worden seien. Auch die auf dem Kongress von Paolo de Coppi (Padua) vorgestellten pluripotenten Stammzellen aus dem Fruchtwasser seien sehr interessant. Es sei „wichtig, dass alle derzeit zur Therapie am Menschen benutzten Stammzellen nicht von Embryonen stammten“, unterstrich Edwards.
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Edwards hingegen stellte eine ganz andere Forschungsagenda auf: „Wenn ich noch forschen würde und noch Studenten hätte, gälte meine erste Priorität dem Nabelschnurblut, dann den anderen adulten Stammzellen, und schließlich – was ich überhaupt für das beste hielte – den Selbstregenerationsmechanismen, die wir etwa beim Salamander beobachten. Embryonale Stammzellen würde ich höchstens einfrieren, um sie später einmal zu verwenden.“

Als Edwards sein Urteil über die fehlenden Therapiemöglichkeiten mit embryonalen Stammzellen auch im Plenum wiederholte und mehrfach in die Runde fragte: „Oder kennt hier jemand solche Therapien – ich kenne keine einzige?!“ und daraufhin mangels einer Antwort des Auditoriums konstatierte, hier gebe es „eine Menge heiße Luft“, platzte dem Göttinger Humangenetiker Wolfgang Engel der Kragen: Zwar hätten humane embryonale Stammzellen in der Tat noch keine Krankheiten geheilt, doch „this is science“ – hier gehe es also nur um die Wissenschaft.
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